Australische Prachtfinken
Auch die australischen Prachtfinken nehmen innerhalb der Prachtfinken eine gewisse Sonderstellung ein. Wie sie sich entwickelt haben und woher ihre Vorfahren kamen ist bis heute nicht genau geklärt. Man nimmt an, dass sie über die südostasiatische Inselwelt nach Australien eingewandert sind und Nachfahren der Nonnen sind, von denen sie sich schon recht früh abgetrennt haben. Auch ihre Verwandtschaftlichen Beziehungen zueinander stellen die Systematiker vor so manche Probleme, was man auch an den unterschiedlichen Gliederungen der Arten erkennen kann.
In Australien gibt es insgesamt 18 Arten Prachtfinken, die man als dort heimisch betrachtet. Es haben sich zwar mittlerweile einige andere Arten dort angesiedelt, was aber nicht auf natürliche Weise geschehen ist, sondern sie sind aus Volierenhaltungen entwichen und haben sich ihren Lebensraum erobert. Einige der 18 Arten sind nicht nur in Australien beheimatet, sondern kommen auch auf umliegenden Inseln vor. Der Zebrafink bewohnt außer dem nahezu gesamten australischen Kontinent auch die kleinen Sunda-Inseln nördlich von Australien, die Feuerschwanzamadine neben dem südlichen Australien auch die südlich vorgelagerte Insel Tasmanien. Die Sonnenamadine und die braunbrüstige Schilfamadine bewohnen auch weite Teile von Neuguinea. Auch die Dreifarbige Papageiamadine, die einen Teil der Kap-York-Halbinsel Australiens bewohnt, kommt auch auf Neuguinea vor, außerdem auf Vanuatu, den Solomonen, dem Bismarck-Archipel, den Molukken, Sulawesi und den Inseln Mikronesiens.
Über die Herkunft von der Dreifarbigen Papageiamadine, der Braunbrust-Schilfamadine, der Weißbrust-Schilfamadine und der gelben Schilfamadine gibt es keine Zweifel, sie sind über die südostasiatische Inselwelt nach Australien gekommen. Bei den übrigen 14 Arten ist es mit der Herkunft und der Verwandtschaft nicht so einfach. Man hat bei Untersuchungen festgestellt, dass nur einmal zwei Arten und einmal drei Arten miteinander verwandt sind. So sind die Feuerschwanz- und die Rotohramadine in der Gattung Zonaeginthus, und die Spitzschwanz-, Gürtel- und Maskenamadine in der Gattung Poephila zusammengefaßt. Alle übrigen Arten gelten als derart eigenständig das sie jeweils auch eigene Gattungen bilden.
Allerdings haben einige Systematiker versucht verschiedene Arten zusammen zu fassen. So werden zum Beispiel im Buch "Finches & Sparrows" die australischen Prachtfinken (ausgenommen die Schilfamadinen, die Gouldamadine und die Dreifarbige Papageiamadine) in insgesamt 6 Gattungen gegliedert, wohingegen im neuen Werk "Prachtfinken" die gleichen Arten in 10 Gattungen eingruppiert sind. Nachfolgend die Unterschiede:
Im Buch "Prachtfinken"
Gattung Aidemosyne – Zeresamadine
Gattung Aegintha – Dornamadine
Gattung Zonaeginthus – Feuerschwanz-, Rotohramadine
Gattung Stagonopleura – Diamantamadine
Gattung Emblema – Gemalte Amadine
Gattung Bathilda – Binsenamadine
Gattung Neochmia – Sonnenamadine
Gattung Stizoptera – Ringelamadine
Gattung Taeniopygia – Zebrafink
Gattung Poephila – Spitzschwanz-, Gürtel-, Maskenamadine
Im Buch "Finches & Sparrows"
Gattung Aidemosyne – Zeresamadine
Gattung Aegintha – Dornamadine
Gattung Emblema – Rotohramadine, Feuerschwanzamadine, Gemalte Amadine, Diamantamadine
Gattung Neochmia – Sonnenamadine, Binsenamadine
Gattung Poephila – Zebrafink, Ringelamadine, Gürtelamadine, Spitzschwanzamadine, Maskenamadine
Ob die Zusammenfassungen aus "Finches & Sparrows" gerechtfertigt sind, darf bezweifelt werden, lassen doch die momentanen Kenntnisse diese Gliederung nicht zu.
Ähnlichkeiten von australischen Prachtfinken mit afrikanischen sind wohl eher unabhängig voneinander entstanden und liegen wohl in den ähnlichen Lebensbedingungen begründet.
AZ-AEZ IG Papageiamadinen
und australische
Prachtfinken
