Binsenamadine
Bathilda ruficauda
1,0; Kununurra/Australien Foto: Walther
Beschreibung:
Männchen besitzen eine scharlachrote Gesichtsmaske, die von der Stirn ausgehend die Augen umschließt und an der oberen Kehle wieder zusammen läuft. Die Oberschwanzdecken haben eine matt-karminrote Färbung wobei jede Feder einen rosa-weißlichen Endpunkt besitzt. Die mittleren Schwanzfedern sind düster karminrot während die übrigen dunkel graubraun sind und rötlich verwaschene Außenfahnen haben. Auf der Oberseite sind sie grün gefärbt und haben dunkel graubraune Schwingen mit grünen Außensäumen. Die Färbung der unteren Kehle, der Vorderbrust und den Körperseiten ist ebenfalls grün, jedoch etwas heller als die Oberseite. Das Gefieder, ausgehend von der Ohrgegend über die Kehle und die Vorderbrust bis zu den Körperseiten, ist mit weißen punkten und Tupfen überzogen, die oben nach unten hin immer größer werden. Die hintere Brust wie auch der Bauch und die Unterschwanzdecken sind gelb gefärbt. Das Auge ist hellrot, der Schnabel scharlachrot und die Füße sind gelb.
Weibchen: Die gesamte Färbung ist matter und die rote Gesichtsmaske ist deutlich weniger ausgedehnt als beim Männchen.
Jungvögel sind insgesamt olivbraun, wobei die Oberseite etwas dunkler ist als die Unterseite. Der Bauch ist deutlich heller als die übrige Unterseite, bräunlich-beige. Die roten Partien fehlen noch ganz, lediglich die Oberschwanzdecken und Schwanzfedern zeigen einen rötlichen Schimmer. Der Schnabel ist schwarz.
Verbreitung:
Das Verbreitungsgebiet der Binsenamadine erstreckt sich in einem schmalen Streifen entlang der Küste vom nördlichen West-Australien ostwärts bis zur westlichen Kap-York-Halbinsel. Außerdem sind noch kleine Gebiete in Ost-Australien bekannt.
Unterarten:
Es werden zwei Unterarten unterschieden.
Unterart Verbreitungsgebiet
B.r. ruficauda östliches Queensland, kleines Gebiet im
zentralen östlichen Australien
B.r. clarescens nördliches West-Australien, nördliches Nord
Territorium, nördliches Queensland
Beschreibung der Unterarten:
B.r. ruficauda: Die Färbung ist insgesamt gräulicher und matter als bei B.r. clarescens, auch ist die rote Gesichtsmaske deutlich kleiner.
B.r. clarescens: Das gesamte Gefieder ist kräftig und leuchtend in den Farben. Die rote Gesichtsmaske erreicht bei dieser Form die größte Ausdehnung.
Lebensraum:
Sie ist ein typischer Bewohner der Feuchtgebiete und ist in den Küstengebieten in sumpfigen Graslandschaften wie auch in Beständen von wildem Reis sowie Binsen und Schilf anzutreffen. Weiter im Landesinneren bevorzugt sie Binsenbestände die an Fluss- und Bachläufen stehen. Generell scheint ein dichter Unterwuchs aus Gräsern sehr wichtig zu sein, so ist sie in Queensland an den Rändern von Zuckerrohrfeldern anzutreffen und in der Gegend um Darwin an den dort angelegten Reisfeldern.
Lebensweise:
Die Binsenamadine klettert sehr geschickt und gerne an senkrecht stehenden Halmen und hält sich nur ungern auf dem Boden auf. Während der großen Mittagshitze suchen sie aber auch die Baumkronen zum Ausruhen auf. Außerhalb der Brutzeit ist sie gerne in Gesellschaft von Artgenossen, so sind kleine Gruppen mit bis zu 20 Tieren keine Seltenheit. Bei längerer Trockenheit schließen sie sich oft zu großen Schwärmen zusammen. Sie brüten auch oftmals in lockeren Kolonien, wobei auch die Nester oftmals dicht beieinander stehen können.
Ihre Nahrung besteht in der Hauptsache aus verschiedenen Grassamen, die sie mit Vorliebe im halbreifen Zustand zu sich nehmen. Aber auch tierisches Eiweiß, in Form von Insekten, wird von ihnen sehr gerne und viel verzehrt, insbesondere zu Beginn der Regenzeit. Zeitweise ernähren sie sich nahezu ausschließlich von Insekten. Sie jagen sie von einer Sitzwarte aus, lesen sie vom Boden auf oder durchsuchen das Blattwerk nach Meisenart. Sie bevorzugen hierbei Ameisen, Termiten und kleine Spinnen. Das Badebedürfnis der Binsenamadine ist sehr groß.
Fortpflanzung:
Die Paare finden sich im Schwarm und halten dann eng zusammen, was am intensiven Kontaktsitzen und Gefiederkraulen erkennbar ist. Ihr Nest bauen sie vom Boden an bis in Höhen von 7m in Grasbüschel, dichtes Buschwerk und kleine Bäume. Es besteht nahezu ausschließlich aus den verschiedensten Grashalmen. Das Gelege der Binsenamadine besteht in der Regel aus 3-6 weißen Eiern die von beiden Partnern bebrütet werden. Nach 12-14 Tagen schlüpfen die hell fleischfarbenen Nestlinge die nach einer Nestlingszeit von etwa 21 Tagen das Nest verlassen und nach weiteren 14 Tagen selbstständig Futter aufnehmen. Die Brutzeit ist von der Dauer der Regenzeit abhängig und kann von Dezember bis August dauern.
Entdeckung und Einfuhr:
Entdeckt und erstmals beschrieben wurde die Binsenamadine von Gould im Jahre 1837. Nach Europa kamen die ersten Binsenamadinen 1860 (Zoo London). Erstmals nach Deutschland eingeführt wurden sie 1875, ab 1895 regelmäßig und ab den zwanziger Jahren waren sie häufiger im Handel. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie ab 1951 wieder eingeführt und hat die Zeit nach der australischen Ausfuhrsperre ohne Probleme überstanden.
AZ-AEZ IG Papageiamadinen
und australische
Prachtfinken
