Maskenamadine

Poephila personata

1,1: Foto: M.Ullrich 1,1: Foto: M.Ullrich

Beschreibung:

Männchen: Die vordere Stirn, der Zügel und das Kinn sind schwarz und bilden die Maske, nach der diese Vogelart benannt wurde. An den Kopfseiten reicht die Maske bis an die Augen. Die Wangen und Halsseiten haben eine zart rötlichbraune Farbe, die vom Scheitel über den Nacken bis zum Rücken in rötlichbraun übergeht. Die Flügel sind braun gefärbt.

Der Bürzel und die Oberschwanzdecken sind weiß, der schwarze Schwanz ist durch die beiden längeren mittleren Schwanzfedern keilförmig zugespitzt. Rötlichbraun ist die Kehle und die Brust, während der Bauch und die übrige Unterseite weiß sind. Die Flanken ziert ein breites schwarzes Weichenband welches sichelförmig vom unteren Rücken bis zu den Schenkeln reicht und nach vorne hin durch einen schmalen weißen Streifen abgegrenzt ist. Die Augen sind rotbraun, der Schnabel dottergelb und die Hornteile hell fleischfarben.

Weibchen: Für die Unterscheidung der Geschlechter gibt es keine sicheren Merkmale.

Jungvögel sind mattbraun. Ihre Unterseite ist von der Brust an braun und wird zum After hin deutlich heller. Die schwarzen Zeichnungsmerkmale sind noch nicht so deutlich ausgeprägt. Der Schnabel ist schwarz und die Füße und Beine sind fleischfarben.

 

Verbreitung: Nord-Australien

 

Unterarten:

Es werden zwei Unterarten unterschieden.

Unterart               Verbreitungsgebiet

P.p. personata      Nord-Australien

P.p. leucotis         Kap-York-Halbinsel

P.p. leucotis unterscheidet sich von der P.p. personata in den folgenden Punkten: durch eine weißliche Wangen- und Ohrgegend und durch einen deutlichen weißen Fleck vor dem Weichenband. Die Verbreitungsgebiete der beiden Formen sind räumlich voneinander getrennt.

 

Lebensraum: Die Maskenamadine ist ein Bewohner der trockenen Savannen- und Steppenlandschaften, die mit hohen Eukalyptusbäumen bestanden sind, und einen dichten Unterwuchs haben. Ganz wichtig für das Vorkommen der Maskenamadine ist Wasser, sei es in Form von natürlichen Wasserlöchern oder aber von vom Menschen angelegten Viehtränken. In Küstennähe trifft man sie auch in ausgedehnten Graslandschaften und in größeren Beständen der Pandanus-Palmen (Schraubenpalme) an. Anders als ihre nahen Verwandten, sucht die Maskenamadine auch die Nähe des Menschen und nutzt dessen Felder und Gärten als Lebensraum. Sie hält sich viel auf dem Boden auf und sucht dort nach Nahrung.

 

Lebensweise: Im Gegensatz zu ihren nahen Verwandten (Spitzschwanz- und Gürtelamadine) ist sie nicht unbedingt an die hohen Bäume gebunden, da sie ihre Nester zumeist im dichten Buschwerk anlegt, weswegen sie auch in Strauchsteppen anzutreffen ist. Die hohen schattigen Bäume sucht sie nur bei Gefahr und zu Ruhepausen auf. In freier Wildbahn ernähren sie sich überwiegend von halbreifen und reifen Grassamen die bevorzugt aus den typischen Steppengräsern bestehen. Aber auch tierisches Eiweiß steht auf ihrem Speiseplan, vermehrt während der Brutzeit. Sie erbeutet dann schwärmende Termiten und Ameisen oftmals im Flug.

 

Fortpflanzung: Die Brutzeit der Vögel beginnt mit dem Ende der Regenzeit (März–April), weil dann ihre Futterpflanzen, welche zum größten Teil aus Grassämereien bestehen, sehr häufig vorhanden sind. Das Weibchen legt im täglichen Abstand je ein rein weißes Ei. Es werden in der Regel 4 bis 6 Eier gelegt, die ab dem 3. Ei bebrütet werden. Am Brutgeschäft beteiligen sich beide Partner, wobei es öfters vorkommt das beide Alttiere im Nest sitzen. Nach ca. 12 Tagen Brutzeit schlüpfen die jungen Maskenamadinen. Sie sind mit nur wenigen Dunenfedern bedeckt und ansonsten nackt. Die frisch geschlüpften jungen Masken sind hell fleischfarben und dunkeln in den kommenden Tagen schnell nach. Die Nestlingszeit der Maskenamadine beträgt ca. 3 Wochen. Beide Alttiere beteiligen sich an der Fütterung ihres Nachwuchses und schlafen bis zum Ausfliegen der Jungvögel noch im Nest.

 

Entdeckung und Einfuhr: Erstmals eingeführt wurden die beiden Formen in den Jahren 1895 und 1897, wobei seltsamerweise die seltenere Weißohramadine vor der Maskenamadine eingeführt wurde. Die Erstzuchten gelangen bei beiden schon bald nach der Einfuhr.