Sonnenamadine
Neochmia phaeton
Kununurra/Australien Foto:Walther
Beschreibung:
Männchen: Der Kopf ist an der hinteren Stirn graubraun, geht über den Scheitel bis in den Nacken in grau über und ist rötlich überflogen. Der Rücken und die Flügel sind braun und ebenfalls rötlich überflogen. Die Außenfahnen der Armschwingen zeigen eine düster rote Säumung und die Handschwingen eine gelblich braune. Die Oberschwanzdecken und die mittleren Schwanzfedern sind rot, der übrige Schwanz ist dagegen braun mit rötlichen Außenfahnen. Die Stirn, die Kopfseiten, die Vorderseite vom Kinn bis zur Brust und die Flanken sind leuchtend rot gefärbt, wobei die Brustseiten weiße Punkte zeigen. Die übrige Unterseite ist einschließlich der Unterschwanzdecken schwarz. Der Schnabel ist ebenfalls rot, wobei der Unterschnabel eine weißliche Basis besitzt. Das Auge ist hellbraun und die Füße hell fleischfarben.
Dem Weibchen fehlt das Rot an der Brust und den Flanken, es ist dort braungrau. Ebenso fehlt ihm das Schwarz an der Unterseite, es ist dort bräunlichgelb. Die übrigen Partien sind wie beim Männchen gefärbt, jedoch nicht so intensiv.
Die Oberseite der Jungvögel ist graubraun, ebenso die Kopfseiten. Die Oberschwanzdecken zeigen lediglich einen rötlichen Schimmer. An der Kehle und der Brust sind sie fahl braun und an der übrigen Unterseite gelblich braun. Die Jungvögel der weißbäuchigen Unterarten sind etwas heller.
Verbreitung:
Nördliches Australien, vom Golf von Carpentaria westwärts bis etwa zur Stadt Broome, ein kleines Gebiet im östlichen Queensland bei Rockhampton, die Nordspitze der Kap-York-Halbinsel und ein kleines Gebiet im südlichen Neuguinea.
Unterarten:
Es werden vier Unterarten unterschieden, wovon zwei einen schwarzen und zwei einen weißen Bauch haben.
Unterart Verbreitungsgebiet
N.p. phaeton Nördliches Australien, vom Golf von Carpentaria
westwärts bis Broome
N.p. iredalei Östliches Queensland bei Rockhampton
N.p. albiventer Nördliche Spitze der Kap-York-Halbinsel
N.p. evangelinae Südliches Neuguinea
Bei den beiden weißbäuchigen Formen sind die schwarzen Partien der Unterseite rein weiß (N.p. albiventer) und gelblich weiß (N.p. evangelinae), letztere zeigt auch am Oberkopf und dem hinteren Hals einen grünlichen Schimmer, keinen roten. Die weißbäuchigen Vögel sind auch etwas kleiner als ihre schwarzbäuchigen Verwandten.
Lebensraum:
Die Sonnenamadine ist unter den australische Prachtfinken wohl die Art die am stärksten an Wasser gebunden ist. Daher trifft man sie überwiegend in recht hohen und dicht bewachsenen Waldgebieten an. Im Landesinneren bewohnt sie die Galeriewälder an den Flüßen und Wasserläufen und hat sich im Laufe der Zeit auch an den Menschen angeschlossen, sofern dort künstliche Wasserstellen vorhanden sind. Sie ist dann auch in Gärten und Parks ebenso anzutreffen wie auf Feldern und Plantagen.
Lebensweise:
Die Sonnenamadine ist kein gesellig lebender Prachtfink, lediglich außerhalb der Brutzeit sind kleine Gruppen anzutreffen. Sie klettern sehr geschickt in der Vegation umher und fliegen meistens nur kurze Strecken.
Ihre Nahrung besteht überwiegend aus Grassamen die zumeist im halbreifen Zustand aufgenommen werden. Diese vorzugsweise aus den Ähren geklaubt und nur selten vom Boden aufgelesen. Sie nehmen aber auch gerne tierische Nahrung zu sich, insbesondere während der Brutzeit, dann auch in größeren Mengen. Bevorzugt werden fliegende Insekten, wie Termiten und Ameisen, verspeist. Sie durchsuchen das Blattwerk der Vegetation ebenso nach Insekten wie auch Spinnweben, selbst in Häusern.
Fortpflanzung:
Die Paare sondern sich zur Brutzeit ab. Während dieser werden alle Vögel bis Taubengröße in Nestnähe angegriffen und durch Hacken mit dem Schnabel vertrieben. Der Standort des Nestes befindet sich in Höhen zwischen 3 und 18m und überwiegend in Schraubenpalmen. Es werden aber auch Nester in Halbhöhlen angelegt und bei den sogenannten Kulturfolgern auch an und in Gebäuden sowie in Sträuchern und Plantagenpflanzen. Das Baumaterial besteht aus teils verrotteten schmalen Gras- und Schilfblättern. Ausgepolstert werden die Nester bevorzugt mit weißen Federn. Es werden zwischen 5 und 8 weiße Eier gelegt aus denen nach einer Brutzeit von 12 bis 14 Tagen die Jungen schlüpfen. Es beteiligen sich beide Partner am Brutgeschäft. Die Jungvögel werden tagsüber von beiden Partnern bis zum 7. Lebenstag und vom Weibchen nachts bis zum 9. Lebenstag gehudert. Im Alter von etwa drei Wochen fliegen die aus und sind schon sehr gut entwickelt. Nach weiteren zwei Wochen sind die Jungvögel selbstständig.
Die Brutzeit der Sonnenamadine fällt in die zweite Hälfte der Regenzeit, also in die Monate von Januar bis April. In anderen Gebieten kann sie auch bis Juni oder Juli dauern.
Entdeckung und Einfuhr:
Die Entdeckung und Beschreibung erfolgte im Jahr 1841 durch Hombron und Jacquinot. Nach Europa kam die Sonnenamadine erstmals 1861, vier Jahre später durch Hagenbeck dann auch nach Deutschland zu Karl Russ. Sie war, mit Ausnahme der Kriegsjahre, zwar immer regelmäßig, jedoch nie häufig im Handel vorhanden und hat auch die Jahre nach der australischen Ausfuhrsperre gut überstanden.
AZ-AEZ IG Papageiamadinen
und australische
Prachtfinken
