Bambus - Papageiamadine

Reichenowia hyperythra

Foto: M. Ullrich Foto: M. Ullrich

Beschreibung:

Männchen: Die vordere Stirn der männlichen Bambus - Papageiamadine ist schwarz, die übrige Stirn und der vordere Scheitel blau gefärbt. Die Färbung von Stirn und Scheitel variiert in Intensität und Ausdehnung je nach Unterart, von denen insgesamt acht unterschieden werden. Die Wangen und Halsseiten sind einschließlich des Zügels ockergelbbraun. Ein sattes grasgrün erstreckt sich über die gesamte Oberseite, wobei die inneren Armschwingen grasgrün und die übrigen Flügelfedern schwärzlich mit grünen Außensäumen sind. Die Farbe des Bürzels und der Oberschwanzdecken variiert je nach Unterart von ockergelb bis grün. Grün oder ockerfarbig sind die mittleren Steuerfedern, während die übrigen Schwanzfedern schwärzlich mit breiten grünen Außensäumen gefärbt sind. Die Färbung von Kehle, Brust, Bauch und der Unterseite ist ockergelbbraun, welche zu den Unterschwanzdecken hin fahler wird. Auch sie variiert je nach Unterart in der Intensität. Ein schmales, nicht abgegrenztes Band, färbt die Flanken von der Schultergegend bis in die Weichengegend grün. Auffallend bei der Bambus - Papageiamadine sind ihre recht großen dunkelbraunen Augen. Der Schnabel ist schwarz, während die Füße und Beine fleischfarben sind.

Weibchen: Die weiblichen Bambus - Papageiamadinen sind in ihrer Färbung insgesamt matter, die Vorderstirn ist bräunlich und das Blau von Stirn und Scheitel ist weniger ausgedehnt.

Jungvögel: Noch unscheinbarer als die Weibchen der Bambus-Papageiamadine sind die Jungvögel gefärbt. Bei diesen fehlt das Blau am Kopf völlig. Der Schnabel ist blaßgelb mit einer schwarzen Spitze.

Die Bambus - Papageiamadine ist neben der gelbbäuchigen Lauchgrünen Papageiamadine die einzige Papageiamadine die keine roten Schwanzfedern hat.

 

Verbreitung:

Philippinen, Kalimantan (Borneo), Malaysia, Java, Kleine Sundainseln.

 

Unterarten:

Bisher wurden 8 Unterarten beschrieben, die sich in der Ausdehnung und im Ton des grünlichen oder bräunlichen Körpergefieders, in der Ausdehnung der blauen Kopfplatte sowie in den Körpermaßen und den Schnabeldimensionen voneinander unterscheiden. Es gibt folgende Unterarten:

Unterart                     Verbreitungsgebiet

R.h.brunneiventris       Philippineninseln Luzon und Mindanao

R.h.borneensis            Nördliches Kalimantan (Borneo)

R.h.malayana             Malaysia

R.h.hyperythra           Java

R.h.intermedia            Lombok (Kl.Sundainseln)

R.h.obscura                Flores, Sumbawa (Kl. Sundainseln)

R.h.microrhyncha        Sulawesi (Celebes)

R.h.ernstmayri            Sulawesi (Celebes)

 

Beschreibung der Unterarten:

R.h.brunneiventris - Beim 1,0 ist die vordere Stirn schwarz, die übrige Stirn und der Scheitel sind bis etwa zur Augenmitte türkisblau; die gesamte Oberseite, einschließlich Bürzel, Oberschwanzdecken und Flanken sind moosgrün; die äußeren Arm- und Handschwingen sind schwärzlich, und haben schmale grüne Außensäume; das Gesicht, das Kinn, die Kehle, die Brust, sowie die Bauchmitte und die Unterschwanzdecken sind kräftig ockerbraun; die Brustseiten schimmern auf der Höhe des Flügelbugs bläulich; die mittleren Schwanzfedern sind oberseits moosgrün, während die äußeren Schwanzfedern oberseits und unterseits schwärzlich sind und grüne Außensäume haben; der Schnabel ist schwarz, die Füße fleischfarben und das Auge dunkelbraun.

Beim 0,1 ist die vordere Stirn verwaschen dunkelgrau, der blaue Scheitelstreif ist gräulich verwaschen; das Grün des Körpergefieders ist gelblicher und matter; die Brustseiten haben keinen Blauschimmer.

Die Jungvögel sind noch ohne Blau und Schwarz an der Stirn, das Gefieder ist mattgrün, der Schnabel istgelblich und hat eine schwarze Spitze.

R.h.borneensis - Die gesamte Unterseite ist blasser gefärbt als bei R.h.brunneiventris.

R.h.malayana - Von dieser Unterart ist leider nur das 0,1 bekannt bei dem die Unterseite intensiv ockerbraun ist mit kastanienbraunen Wangen

.R.h.hyperythra - Der Unterschied zu R.h.brunneiventris besteht nur in dem ockergelben Bürzelgefieder.

R.h.intermedia - Diese Unterart hat gelbgrüne Oberschwanzdecken.

R.h.obscura - Die Unterseite besteht aus einem dunklen, satten ockerbraun, ebenso gefärbt sind auch die Kopfseiten.

R.h.microrhyncha - Diese Unterart hat einen kürzeren und niedrigeren Schnabel als die anderen Unterarten. Sie ist auch deutlich kleiner als etwa R.h. intermedia oder R.h.hyperythra, und ist auch nicht so intensiv in den Farben.

R.h.ernstmayri - Das grüne Rückengefieder dieser Unterart ist gelblicher, während der Zügel und die Wangen bräunlicher sind. Die Farbe der Brust ist matter als bei R.h.microrhyncha.

 

Lebensraum:

Sie bewohnen lichten Wald, mit zum Teil recht intensivem Unterwuchs, Waldränder, sowie Mais- und Reisfelder in allen Höhenlagen des Verbreitungsgebietes (von 700 - 3000m). Ihr Vorkommen ist abhängig vom vorhandensein von bestimmten Bambusarten, insbesondere von kletterndem Bambus, dessen Samen sie gern fressen. Sie scheinen sich aber auch teilweise von Reis zu ernähren.

 

Lebensweise:

Die Bambus - Papageiamadine ist meistens paarweise anzutreffen, teilweise aber auch in kleinen Schwärmen. Sie durchstreifen so ihr Verbreitungsgebiet auf der Suche nach verschiedenen Bambussamen, und zum Teil auch nach einigen Insekten. Die Brutzeit fällt etwa in unsere Frühlingsmonate, von März bis Juni. Ein von Bregulla gefangenes Paar R.h.brunneiventris legte 4 Eier, die Brutzeit betrug 13 Tage. Weitere Angaben wurden nicht gemacht. Da diese Art in recht großen Höhen vorkommt, können sie sehr gut Temperaturen unter 20°C vertragen. In einigen Verbreitungsgebieten herrschen Nachttemperaturen von 12 bis 14°C.

 

Entdeckung und Einfuhr:

Die Bambus - Papageiamadine wurde bereits 1862 von Reichenbach entdeckt und beschrieben. Der erste Import von Bambus - Papageiamadinen nach Deutschland dürfte im Jahre 1930 erfolgt sein. Herr G. Heinrich brachte einige Exemplare von Celebes (Unterart microrhyncha) in den Berliner Zoo, wo sie ausgestellt wurden. Die deutsche Erstzucht ist Herrn Reinhard Ehmke im Jahre 1981 gelungen. Seit Anfang der 80er Jahre wurden Bambus - Papageiamadinen regelmäßig importiert. Es handelte sich hierbei um die Unterarten microrhyncha, intermedia und brunneiventris. Andere Unterarten sind sehr wahrscheinlich nicht importiert worden.