Dreifarbige Papageiamadine

Amblynura trichroa

1,1; Foto: M. Ullrich 1,1; Foto: M. Ullrich

Beschreibung:

Männchen: Die Stirn, der vordere Scheitel, die Augengegend, die Wangen und die Halsseiten sind blau gefärbt, während die übrigen Kopfpartien grün sind. Der schwärzliche Zügel ist nur bei genauerem Hinsehen zu erkennen. Die Oberseite sowie die inneren Armschwingen sind grün, die übrigen Schwingen schwärzlich mit grünen Außensäumen. Der hintere Bürzel und die Oberschwanzdecken sind rot. Schwarzbraun ist der Schwanz, wobei die beiden mittleren Schwanzfedern rot gefärbt sind, und etwas länger sind als die übrigen Schwanzfedern. Die Kehle ist blau, während die übrige Unterseite von der Brust über die Flanken und den Bauch bis zu dem Unterschwanz grün gefärbt sind. Die Augen sind dunkelbraun, der Schnabel schwarz, und hornfarben sind Füße und Beine.

Weibchen: Die Geschlechter der Dreifarbigen Papageiamadine sind bisweilen sehr schwer zu unterscheiden. Als Unterscheidungsmerkmale werden mattere Farben und geringere blaue Kopfpartien des 0,1 erwähnt, was allerdings nicht immer zutreffen muß.

Jungvögel unterscheiden sich deutlich von den Alttieren. Die Färbung des gesamten Gefieders ist viel matter, das Grün der Unterseite ist bräunlich, der Schwanz bräunlichrot. Die blauen Partien am Kopf sind beim flüggen Jungvögel noch nicht zu erkennen. Bis die ersten blauen Federchern wachsen, sind diese Partien grün gefärbt. Während der Oberschnabel gelb gefärbt ist und eine schwarze Spitze hat, ist der Unterschnabel nahezu vollständig gelb.

 

Verbreitung:

Sulawesi (Celebes), Molukken, Neuguinea, Nordostaustralien, Neu-Britannien, Neu-Irland, Bismarck-Archipel, Mikronesien, Salomonen, Vanuatu, Banks-Inseln und Loylitäts-Inseln.

 

Unterarten:

Heute werden allgemein 10 verschiedene Unterarten anerkannt. Die einzelnen Unterarten werden nach den Körpermaßen, der Ausdehnung und Intensität des Blau am Kopf und den verschiedenen Grüntönen im Körpergefieder unterschieden. Es gibt folgende Unterarten:

Unterart                  Verbreitungsgebiet

A.t.cyanofrons         Vanuatu (Neue Hebriden)

A.t.sanfordi             Sulawesi (Celebes)

A.t.modesta            Nördliche Molukken

A.t.pinaiae              Südliche Molukken

A.t.sigillifera            Neuguinea, Nordostaustralien

A.t.clara                  Karolinen

A.t.trichroa              Karolinen

A.t.eichhorni            Bismarck-Archipel

A.t.pelewensis         Karolinen (Palau-Inseln)

A.t.woodfordi          Salomonen

 

Beschreibung der Unterarten:

A.t.cyanofrons - 1,0 Die blauen Kopfpartien sind intensiv Kobaltblau, und reichen in der Kopfmitte bis 3mm und auf den Kopfseiten bis 10mm hinter die Augen; das Grün der Oberseite ist dunkler und hat im Nackenbereich einen leichten Goldschimmer; die Unterseite ist heller grasgrün.

0,1 Bei dieser Unterart lassen sich die Geschlechter im Adultgefieder nicht verläßlich voneinander unterscheiden, wie Ziswiler, Güttinger, Bregulla an 43 Weibchen und 53 Männchen feststellen konnten. Alle untersuchten Vögel stammten von der Insel Efate (Vanuatu). Die relativ großen Unterschiede in der Intensität und der Verteilung der Gefiederfarben beruhen auf individueller Variabilität und sind zum Teil altersabhängig.

A.t.sanfordi - Der Unterschied zu den übrigen Unterarten besteht in erster Linie in dem sehr breiten und hohen Kegelschnabel, insbesondere an der Schnabelwurzel. Das Blau des Kopfes ist weniger ausgedehnt (bis Augenmitte reichend), und ist mehr veilchenfarbig; Die Unterseite ist gelblichgrün, und somit deutlich heller als die Oberseite.

A.t.modesta - Diese Unterart unterscheidet sich von der vorhergehenden durch den wesentlich niedrigeren und schmaleren Schnabel.

A.t.pinaiae - Die Grundfarbe der Ober- und Unterseite besteht aus einem bläulichen Grün; dieAußensäume der Armschwingen sind hell graublau und besitzen keinen Grünschimmer; das Blau des Kopfes reicht auf der Kopf-mitte bis knapp hinter die Augen.

A.t.sigillifera - Während im Nacken nur ein leichter Goldschimmer zu erkennen ist, hat das Grün der Unterseite einen leichten Blauton.

Nestlinge zeigen je zwei türkisblau schimmernde Leuchtpapillen auf jeder Schnabelseite, die auf den stark verbreiterten Schnabelwülsten sitzen. Die Rachenzeichnung entspricht vollkommen derjenigen von A.psittacea.

A.t.clara - Diese Unterart besitzt einen ausgedehnten Goldschimmer auf dem Rücken und im Schulterbereich, während das Blau am Kopf deutlich heller ist. A.t.trichroa - Auch diese Unterart besitzt einen deutlichen Goldschimmer im Rücken- und Schulterbereich; die Unterseite ist dunkelgrün, die Oberschwanzdecken dunkelrot.

A.t.eichhorni - Das Blau des Kopfes reicht auf der Kopfmitte bis 4mm hinter die Augen. Der Bürzel ist rotorange.

A.t.pelewensis - Ein dicker, mächtiger Schnabel prägt das Aussehen dieser Unterart; die Unterseite ist fahlgrün mit einem Blauanflug, der vor allem in Kinnähe deutlich erkennbar ist; leuchtend rot sind der Bürzel und die Oberschwanzdecken; die Vögel haben besonders lange Schwingen und einen langen Schwanz, wobei die beiden mittleren Steuerfedern braunrot sind und einen kräftigen Schaft haben.

A.t.woodfordi - Diese Unterart besitzt keinen Goldschimmer im Rücken- und Nackengefieder; das Grün der Unterseite hat einen Blauton; die Oberschwanzdecken sind rotorange; das Blau des Kopfes hat hier die geringste Ausdehnung und reicht auf der Kopfmitte nur bis vor die Augen.

 

Lebensraum:

Die Dreifarbige Papageiamadine ist ein ausgesprochener Waldrand- bewohner, der das angrenzende offene Grasland zur Nahrungsaufnahme unbedingt benötigt. Ihr Vorkommen ist abhängig vom vorhandensein von reifenden Gras- und Krautsamen. Bei geringsten Störungen sind sie sofort im Wald verschwunden. Auf Neuguinea, im Verbreitungsgebiet von sigillifera, bewohnen sie andere Höhenlagen als die dort ebenfalls vorkommende Amblynura papuana. Während papauana in Höhen zwischen 1000 und 2000m anzutreffen ist, bewohnt sigillifera die Höhen über 2000m.

 

Lebensweise:

Die Vögel sind in der Regel in kleineren Trupps von bis zu 30 Tieren auf Nahrungssuche. Nur auf Efate (Vanuatu), wo es große mit Nutzgräsern bedeckte Weideflächen gibt, trifft man größere Schwärme von hundert und mehr Tieren an. Die Brutpaare sondern sich während der Brutzeit etwas von den Schwärmen ab, schließen sich diesen aber zur Nahrungssuche wieder an. Der Neststandort ist je nach Verbreitungsgebiet verschieden. Sie bauen sowohl im höheren Gebüsch, wie auch auf Bäumen und auf mit Pflanzen behangenen Korallenfelsen. Aber auch im Stellwurzellabyrinth von riesigen Feigenbäumen findet man ihre Nester. Sie werden immer dort gebaut, wo sie durch grüne Blätter verdeckt sind. Der Einschlupf liegt immer etwas unterhalb der Mitte des Nestes, und besteht in der Regel aus einer Einschlupfröhre. Diese ist so angebracht das die Vögel das Nest schräg von unten anfliegen müssen.

Die Tiere in unseren Volieren haben es verlernt eine Einschlupfröhre an ihr Nest zu bauen. Sie wird nur durch ein überhinbauen des Nestdaches angedeutet. Die Einschlupföffnung selbst ist sehr eng gebaut.

 

Fortpflanzung:

Die Hauptbrutzeit fällt in unsere Herbst- und Wintermonate (Oktober bis Februar), wenn im Südpazifik Sommer ist. Die Paare sondern sich von den Schwärmen ab und beginnen ihre Nester zu bauen. Das Nistmaterial besteht aus feinen Halmen und Blättern. Die Nistmulde wird nicht besonders ausgestattet. Bei der Balz treibt das Männchen das Weibchen in einer heftigen Verfolgungsjagd von Baum zu Baum. Hat es das Weibchen eingeholt, so geht die Jagd nach kurzer Pause erneut los. Das Brutgeschäft wird überwiegend vom Weibchen besorgt. Wenn die Jungen ca. 5 Tage alt sind, werden sie nachts nicht mehr gehudert. In freier Wildbahn werden in der Regel 3 selten 4 Junge großgezogen. Es werden 2 bis 3 Bruten pro Jahr gemacht wobei für jede Brut ein neues Nest gebaut wird.

 

Entdeckung und Einfuhr:

Die Dreifarbige Papageiamadine wurde bereits 1835 von Kittlitz entdeckt und beschrieben. Die Ersteinfuhr nach Europa läßt sich leider nicht mehr genau feststellen. Es müßte in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts gewesen sein. Im Jahre 1886 wurde die Art durch Fockelmann erstmals nach Deutschland importiert. Sie hat sich mittlerweile zu einem festen Bestandteil in den Vogelstuben der Züchter entwickelt.