Peales - Papageiamadine

Amblynura prasina

1,1 mit Jungtieren; Foto: M.Ullrich 1,1 mit Jungtieren; Foto: M.Ullrich

Beschreibung:

Männchen: Die Stirn, der Scheitel, die Wangen und die Hals- und Kopfseiten sind kräftig rot gefärbt und schwarz umrandet. Auch bei diesen Tieren ist der schwärzliche Zügel gut zu erkennen. Die Oberseite der Vögel ist vom Nacken bis zum Bürzel grün, wobei die Handwschwingen dunkle Außensäume zeigen. Schwärzlich mit roten Außensäumen sind die Federn des Schwanzes gefärbt, während die mittleren Schwanzfedern vollständig rot sind. Die Kehle ist schwarz gefärbt, der sich im oberen Brustbereich, bei manchen Tieren auch weiter reichend, leuchtend blaue Gefiederpartien anschließen. Der Bauch und die Unterseite sind bis zum Unterschwanz grün, ebenso die Flanken. Die Augen sind dunkelbraun, der Schnabel schwarz, und Füße und Beine dunkelhornfarben. Weibchen: Die Weibchen sind nur sehr schwer von den Männchen zu unterscheiden, da beide in ihrer Färbung sehr variieren.

Jungvögel: Bei den Jungvögeln ist die Färbung des Gefieders viel matter. Sie zeigen im gesamten Kopfbereich einen blauen Schimmer. Der Schnabel ist gelb, wobei der Oberschnabel teilweise schwarz ist.

Bei dieser Art gibt es eine blauköpfige Variante, wobei die roten Partien am Kopf durch blaue ersetzt sind. Ob es sich hierbei um eine in Menschenhand entstandene Mutation oder um eine auch in freier Widbahn vorkommende Form der Peales-Papageiamadine handelt, bleibt noch genau zu klären.

 

Verbreitung:

Fidschi - Inseln

 

Lebensraum:

Die Peales-Papageiamadine ist ein Bewohner der Ränder des Regenwaldes und des Bergwaldes bis zu einer Höhe von ca. 1100m. Weiterhin ist sie in Gärten, in Reispflanzungen, an Lichtungen und im mit Bäumen und Büschen durchsetzten Grasland anzutreffen, wo sie auch ihre Nahrung aufnimmt. Die Nebelwaldzonen über 1100m werden von den Tieren gemieden.

 

Lebensweise:

Die Peales-Papageiamadine ist einzeln, paarweise oder in kleinen Trupps bis zu ca.30 Vögel anzutreffen. Die kleinen Trupps sind nur während der Nahrungssuche zu finden, und bestehen meistens aus Familienverbänden (Eltern und Jungvögel). Ihre Nahrung besteht aus verschiedenen Gras- und Krautsamen, sowie Reis in verschiedenen Reifestadien. Nachdem Reis zur Hauptnahrungsquelle der Bewohner der Fidschi-Inseln geworden ist, und dort auch vermehrt angebaut wird, hat sich die Peales-Papageiamadine auf diese ständig und reichlich vorhandene Nahrungsquelle umgestellt. Gelegentlich werden von ihr auch Feigensamen und Lebendfutter aufgenommen. Die Vögel sind sehr scheu und verschwinden bei der geringsten Störung sofort im schützenden Gebüsch oder auf hohen Bäumen.

 

Fortpflanzung:

Die Brutzeit fällt in die Monate July bis August. Ihre kugeligen Nester bauen sie mit Fasern und Grashalmen in verschiedenen Höhen von 3m bis in die Baumkronen der hohen Urwaldbäume, aber immer an dicht belaubten Stellen. Es werden in der Regel 2 unmittelbar aufeinanderfolgende Bruten gemacht. Das Gelege besteht aus 3 bis 4 reinweißen Eiern, aus denen nach ca. 14 Tagen die Jungen schlüpfen. Nach weiteren 21 Tagen verlassen sie das Nest und werden noch ca. 14 Tage von den Alttieren gefüttert. Sie sind dann noch öfters in Familien- verbänden auf Nahrungssuche anzutreffen.

 

Entdeckung und Einfuhr:

Um die Jahrhundertwende, genauer gesagt 1898, wurde die Peales-Papageiamadine von Peale entdeckt und erstmals beschrieben. Die erstmalige Einfuhr nach Europa ist wohl nicht mehr genau festzustellen, da die Vögel früher unter der Bezeichnung Kurzschwanz-Papageiamadine geführt wurden. Um 1914 sollen sie erstmals nach Deutschland gekommen sein (H. Dicker). Sie wurden zwar regelmäßig eingefürt, aber nie in größeren Stückzahlen, was sich 1960 änderte. Die Erstzucht der Peales soll bereits 1912 im Londoner Zoo gelungen sein.